Forensische Medizin und Bildgebung

Im Zentrum stehen rechtsmedizinische Untersuchungen lebender und verstorbener Personen im Auftrag der Strafuntersuchungsbehörde. Das Ziel ist, zur Klärung von möglichen Straftatbeständen gegen Leib und Leben sowie die sexuelle Integrität beizutragen. Dazu gehören Leichenuntersuchungen an Fund- oder Tatorten (Legalinspektion), Schnittbildgebungsuntersuchungen sowie 3D Oberflächendokumentationen und Obduktionen sowie Untersuchungen lebender Personen inkl. Spurensicherung an Opfern und Tatverdächtigen (Körperverletzung, Kindesmisshandlung, Sexualdelikte, versuchte Tötungen etc.).

Darüber hinaus werden am IRM Bern Aktengutachten zu rechtsmedizinischen oder Behandlungsfehler-Fragestellungen auch im Sinne von Obergutachten erstellt. Auf der Basis der 3D Dokumentationen werden insbesondere im Rahmen von Delikten oder Verkehrsunfällen rekonstruktive Gutachten erarbeitet.

Das Dienstleistungsangebot der Forensischen Medizin umfasst im Speziellen die Todesfall-Untersuchungen durch eine äussere Leichenbesichtigung am Fund- oder Tatort (Legalinspektion) und/oder durch eine innere Leichenuntersuchung (Obduktion und Bildgebung), gegebenenfalls mit anschliessender histopathologischer Untersuchung.

Dies zur Abklärung von aussergewöhnlichen Todesfällen (Suizide, Unfälle, Todesfälle in Gewahrsam, Tötungsdelikte, Verkehrsunfälle inkl. Flugunfällen, medizinische Behandlungsfehler). Ausserdem unterstützt das IRM die Identifikationen in Einzelfällen und bei Massenereignissen.

Die Untersuchung lebender Personen mit Spurensicherung (Opfer und evtl. Täter) zur Abklärung von:

  • Körperverletzungen
  • Kindesmisshandlungen
  • Sexualdelikten

-> Zwecks Dokumentation der Verletzungen und Spurensicherung, ist eine frühzeitige Untersuchung angezeigt. Anlaufstellen für Opfer (Rechtsmediziner/in wird beigezogen, auch wenn noch keine polizeiliche Anzeige erfolgt ist):

  • Körperverletzungen erwachsener Personen: City-Notfall Tel.: 031 326 20 00
  • Kindesmisshandlungen/Sexualdelikte bei Kindern: Kinderspital Inselspital Bern, Tel.: 031 632 92 77
  • Sexualdelikte an Frauen: Frauenklinik Inselspital, Tel.: 031 632 10 10 oder Kontaktstelle Polizei, 031 332 77 77 (Telefonbeantworter, Polizeibeamtin ruft umgehend zurück)

Die Untersuchung von Todesfällen kann durch eine Dokumentation von Körper- und Objektbefunden mittels modernen bildgebenden Verfahren (3D optisches Oberflächenscanning, CT, postmortale Gefässdarstellung (Angiografie) und eventuell MRI) ergänzt werden, z.B. zur Dokumentation von geformten Verletzungen (Biss, Tatwerkzeug-, Schuh-, Pneuabdruckspuren etc.) sowie zur radiologischen 3D Visualisation von komplexen Tathergängen bzw. Unfallrekonstruktionen basierend auf "3D Real Data".

Auch bei klinischen Untersuchungen können die modernen bildgebenden Verfahren, zum Beispiel MRI-Untersuchungen des Halses bei mutmasslichen Opfern einer Strangulation und 3D optisches Oberflächenscanning zur Dokumentation von geformten Verletzungen zwecks Tatrekonstruktion und Identifikation des Tatwerkzeugs eingesetzt werden.

Behandlungsfehler, Aktengutachten

Obergutachten

Die forensischen 3D Rekonstruktionen sind sehr hilfreich bei der Klärung von:

  • Tötungsdelikten
  • Schussverletzungen
  • Verkehrsunfällen
  • Arbeitsunfällen

Die forensische Entomologie ist eine nationale Anlaufstelle für forensische Insektenuntersuchungen unter anderem zur Abschätzung der Liegezeit von Verstorbenen.