Institut für Rechtsmedizin

Laufende Projekte

"Ernährung, Herkunft und Gesundheitszustand zweier frühmittelalterlichen Bevölkerungsgruppen aus Reigoldswil (BL)"

Projektleitung

Viera Trancik Petitpierre, Anthropologie, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern

Projektbeteiligte

Viera Trancik Petitpierre, Anthropologie, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern
Prof. Dr. Albert Hafner, Prähistorische Archäologie, Institut für Archäologische Wissenschaften, Universität Bern
Dr. Sandra Lösch, Anthropologie, Institut für Rechtsmedizin, Universität Bern 

Projektdaten

Förderinstitution: Marie Heim-Vögtlin Stiftung (Projekt-Nr. PMCDP1_151471)
Förderungsdauer: 01.02.2014 – 31.01.2016, IRM Bern: ab 01.02.2016
Förderbeitrag: CHF 188'196.-

Abstract

In Reigoldswil (Kanton BL) wurden in den 1990er Jahren zwei geographisch getrennte, frühmittelalterliche Gräberfelder archäologisch freigelegt. Zu einem der Friedhöfe wurden Siedlungs- und Kirchenreste gefunden, die auf eine sozial höher gestellte Bevölkerungsgruppe hinweisen. Archäologische Hinweise auf eine Beziehung zur elsässischen Rheinebene liegen vor.
Die rund 200 Skelette der beiden Gräberfelder datieren nach ersten archäologischen Schätzungen in das 7./8. Jh. In einem ersten Schritt werden die Individuen mittels morphologisch-anthropologischer Methoden untersucht. Danach werden Knochenproben entnommen, das Kollagen und Apatit extrahiert, um stabile Isotopenverhältnisse von Kohlen-, Stick-, Sauerstoff und Schwefel im Massenspektrometer zu analysieren.
Demographische Daten und pathologische Veränderungen der Individuen liefern Hinweise auf die Lebensbedingungen der Populationen. Stabile Isotopenverhältnisse geben Auskunft über Ernährung, soziale Stratigraphie der Individuen. Zudem soll die Frage erläutert werden, ob sich Klimabedingungen, Migrationen und Handelsbeziehungen nachweisen lassen.

Steinplattengrab mit der Bestattung eines 1.5jährigen Kleinkindes aus Reigoldswil (8./9. Jh.)